Franz Kafka. Das urteil -
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Unzufriedenheit jemals zu beseitigen, allein wieder zuruckfahren. Allein -
wei?t du, was das ist?" "Ja, kann er denn von unserer Heirat nicht auch auf
andere Weise erfahren?" "Das kann ich allerdings nicht verhindern, aber es
ist bei seiner Lebensweise unwahrscheinlich." "Wenn du solche Freunde hast,
Georg, hattest du dich uberhaupt nicht verloben sollen." "Ja, das ist unser
beider Schuld; aber ich wollte es auch jetzt nicht anders haben." Und wenn
sie dann, rasch atmend unter seinen Kussen, noch vorbrachte: "Eigentlich
krankt es mich doch", hielt er es wirklich fur unverfanglich, dem Freund
alles zu schreiben. "So bin ich und so hat er mich hinzunehmen", sagte er
sich, "ich kann nicht aus mir einen Menschen herausschneiden, der vielleicht
fur die Freundschaft mit ihm geeigneter ware, als ich es bin."
Und tatsachlich berichtete er seinem Freunde in dem langen Brief, den
er an diesem Sonntagvormittag schrieb, die erfolgte Verlobung mit folgenden
Worten: "Die beste Neuigkeit habe ich mir bis zum Schlu? aufgespart. Ich
habe mich mit einem Fraulein Frieda Brandenfeld verlobt, einem Madchen aus
einer wohlhabenden Familie, die sich hier erst lange nach Deiner Abreise
angesiedelt hat, die Du also kaum kennen durftest. Es wird sich noch
Gelegenheit finden, Dir Naheres uber meine Braut mitzuteilen, heute genuge
Dir, da? ich recht glucklich bin und da? sich in unserem gegenseitigen
Verhaltnis nur insofern etwas geandert hat, als Du jetzt in mir statt eines
ganz gewohnlichen Freundes einen glucklichen Freund haben wirst. Au?erdem
bekommst Du in meiner Braut, die Dich herzlich gru?en la?t, und die Dir
nachstens selbst schreiben wird, eine aufrichtige Freundin, was fur einen
Junggesellen nicht ganz ohne Bedeutung ist. Ich wei?, es halt Dich vielerlei
